Unser Pferdeanhänger

Auf der Suche nach dem perfekten Pferdeanhänger sind wir bereits vor einiger Zeit bei der Firma Ifor Williams hängen geblieben und wurden bisher nicht enttäuscht.

Der perfekte Pferdeanhänger - was bedeutet das genau? In unserem Fall gab es klare Vorstellungen von dem, was wir gesucht haben: Er sollte stabil und langlebig sein; die Pferde sollten die Möglichkeit haben, über eine Stufe einzusteigen und im Hänger schräg zur Fahrtrichtung zu stehen. Und das i-Tüpfelchen: Wir haben uns für unseren Anhänger eine Frontklappe gewünscht.

 

Was wir letztlich bei der Firma Ifor Williams gefunden haben, hat unsere Wünsche noch übertroffen: neben der Frontklappe können wir nun sogar frei wählen, ob die Pferde in Fahrtrichtung oder diagonal stehen und ob sie über eine Stufe oder eine Rampe einsteigen sollen - und nachdem wir uns anfangs wenigstens einen Aluboden gewünscht hatten, haben wir nun sogar einen Vollalu-Hänger.

 

Nur: Warum all diese Sonderwünsche?

 

Es ist uns in vielen Bereichen möglich, unseren Umgang und unsere Forderungen an unsere Pferde darauf abzustimmen, welche Verhaltensweisen sie in der Natur zeigen.

Schwierig wird das jedoch beim Thema Anhänger fahren: Das Einsteigen und Fahren in einem Pferdanhänger verlangt von Pferden, sich vollkommen wider ihre Natur zu verhalten.

 

Für die meisten Pferdebesitzer ist "alles in Butter", sobald das Pferd einmal auf dem Anhänger steht und die Klappe geschlossen ist - für das Pferd beginnt jetzt erst das richtige Abenteuer.

Schon das Einsteigen in eine dunkle, enge Höhle widerspricht dem natürlichen Verhalten des Pferdes. Wenn diese auch noch wacklig ist und es nicht sicher ist, ob der Boden das Gewicht des Pferdes überhaupt hält, wird es noch einmal gefährlicher in den Augen des Pferdes. Stress und Aufregung des Besitzers, zum Beispiel vor einem Turnier oder Klinikbesuch, tun ihr Übriges dazu.

Im Anhänger wird das Pferd schließlich so eng fixiert, dass es sich kaum vor oder zurück bewegen kann, was für Pferde ein erneuter Auslöser für eine Panik sein kann, denn Pferde sind von Natur aus klaustrophobisch. Die Eindrücke der Fahrt kommen dazu: Wackelnder Boden, das Bremsen an den Ampeln, die vorbeiziehenden Bilder am Fenster - bei Anhängern mit Planendach kommen noch die Geräusche und Bewegungen der Plane hinzu.

Und selbst wenn die Fahrt endlich vorbei ist, muss das Pferd noch eine letzte Hürde überwinden: Die wacklige Rampe, die ihm zuvor im Vorwärtsgang schon nicht ganz geheuer war, muss es nun auch noch rückwärts bewältigen, und da Pferde Fluchttiere sind, gehen sie von Natur aus ungern rückwärts - besonders, wenn sie Angst haben. Wenn sich das Pferd also gedanklich bereits halb im Fluchtmodus befindet, fällt das Rückwärts gehen noch schwerer. So in ihrer Aufregung gefangen, stolpern viele Pferde hastig aus dem Hänger, rutschen ab und verletzen sich an den Gelenken oder überschlagen sich, um möglichst schnell aus dem dunklen Anhänger zu entkommen.

 

Trotz all dieser Schwierigkeiten ist es für unsere Hauspferde essentiell, sich gut verladen zu lassen. Selbst, wenn keine Turniere oder Ausflüge mit dem Pferd geplant sind, so kann doch jederzeit ein Notfall dazu führen, dass das Pferd in eine Klinik gefahren werden muss. Mit Schmerzen wird das Verladen schließlich zu einem Ding der Unmöglichkeit, wenn es zuvor nicht geübt wurde.

 

Mit unserem Anhänger möchten wir versuchen, das Fahren inklusive Ein- und Aussteigen für unsere Pferde so angenehm wie nur möglich zu gestalten.

Sicherheit steht an erster Stelle: Der Aluboden war uns wichtig, da er nicht nach einigen Jahren morsch wird und droht, unter dem Pferd einzubrechen, auch die Rampen sind stabil und die Türen sind bis oben geschlossen, sodass auch Fohlen und ängstliche Pferde sicher transportiert werden können - ohne einen Versuch zu starten, hinten aus dem Anhänger zu springen (was leider schon oft zu katastrophalen Unfällen geführt hat).

 

Bei der Frage nach der optimalen Fahrtstellung half ein Experiment mit der Anhängerkamera: Wir verluden unsere Pferde in einen Anhänger ohne Trennwand und banden sie nicht an, sodass sie sich frei bewegen konnten. In der Anhängerkamera beobachteten wir, wie sie sich während der Fahrt verhielten: Alle Pferde stellten sich mit Vorliebe diagonal zur Fahrtrichtung, da sie so am sichersten standen.

Diesen Effekt kann man auch beobachten, wenn Pferde einen steilen Hang hinunter gehen: Auch hier gehen sie oft leicht diagonal zum Weg gestellt den Berg hinunter.

 

Für ein optimales Verladetraining ist es jedoch sinnvoll, auch die "normale" Fahrtstellung mit dem Pferd zu üben, denn das Pferd sollte sich im Notfall mit jedem Anhänger fahren lassen! Aus diesem Grund ist es für unsere Zwecke perfekt, dass unser Anhänger beide Möglichkeiten bietet.

 

Und was hat es mit dem variablen Einstieg auf sich?

Diese Entscheidung beruht vor allem auf der Erfahrung, die gezeigt hat, dass sich viele Pferde leichter damit tun, einen Schritt zu machen und direkt "drin" zu sein, als über eine schräg ansteigende Rampe in den Anhänger zu steigen. Mit der Stufe ist das Pferd gleich mit dem ersten Schritt bereits mit der Vorhand und dem Kopf im Anhänger drin und merkt schnell, dass es von innen nicht viel bedrohlicher aussieht als von außen. Über eine Rampe ist es ein langer Weg bis in den Anhänger, der noch dazu wacklig ist und bei dem sich das Pferd zunächst überwinden muss, mit allen vier Hufen auf den wackligen Untergrund zu steigen, bevor es auch nur den Kopf in den Anhänger stecken kann.

 

Dennoch gibt es auch Pferde, denen einen Rampe lieber ist als eine Stufe - das ist von Pferd zu Pferd verschieden. Deshalb sind wir froh, an unserem Anhänger beide Möglichkeiten zu haben. Auch hier gilt natürlich: im besten Fall trainiert man beide Varianten.

 

Das letzte Highlight an unserem Anhänger ist der besonders breite Frontausstieg. Er ermöglicht es nicht nur, das Aussteigen für nervöse Pferde stressärmer und sicherer zu gestalten, er ist auch für das Verladetraining selbst eine große Hilfe!

 

Der "Blick nach vorn" ist für viele Pferde ein entscheidendes Kriterium dafür, ob sie etwas wagen können oder nicht. Vielen Pferden hilft es sehr, wenn die Klappe vorn am Anhänger geöffnet ist und sie sehen können, dass es dahinter weiter geht! Gleichzeitig wird es im Innern des Anhängers dadurch gleich weniger dunkel und unheimlich.

 

Insbesondere mit Fohlen und ganz jungen Pferden gestalten wir das erste Verladetraining gern vollkommen frei! Dazu stellen wir den Anhänger ohne Trennwand mit geöffneter Klappe auf den Reitplatz, die Weide, den Paddock oder in die Reithalle und lassen das junge Pferd selbst erkunden, was das für ein "großes Ding" ist, dem sie da plötzlich gegenüberstehen. So junge Pferde werden oft noch so stark von ihrer Neugier geleitet, dass sie schon von selbst einen Huf auf die Klappe setzen oder sogar ganz einsteigen! Entspannter und schöner lässt sich ein erstes Verladetraining ganz sicher nicht gestalten.

 

Was jedoch, wenn das Pferd schließlich wieder hinaus möchte? Die meisten drehen sich instinktiv um, um vorwärts aus dem Anhänger herausgehen zu können.

Bei Fohlen und kleinen Jährlingen passt das noch wunderbar, doch kaum werden sie größer, wird diese Möglichkeit nicht nur eng, sondern auch gefährlich!

 

Die Frontklappe bietet die Möglichkeit, das Training in kleine Schritte einzuteilen. Zunächst kann auf diese Weise das einsteigen (und oft sofortige Wieder-aussteigen nach vorne) geübt werden. Später kann man dann beginnen, das Pferd auf dem Anhänger zum Anhalten oder Rückwärtsrichten zu bringen, man kann üben, das Pferd auch mit geschlossener Frontklappe einsteigen zu lassen und so den "Schwierigkeitsgrad" Schritt für Schritt steigern.

Je kleiner die Schritte sind, in die wir unser Training aufteilen können, umso effektiver und langlebiger wird auch der Lernerfolg sein.

 

 

Gerne kommen wir mit unserem Anhänger für ein Verladetraining zu euch!

 

 

Solltet ihr Interesse an dem Anhänger selbst haben, kommen wir gerne für eine Demonstration zu euch und beraten euch. Seid ihr euch unsicher, ob ein Ifor Williams Anhänger für euer Pferd das richtige ist, kommen wir natürlich auch zum testen zu euch - die Anfahrtskosten findet ihr unter "Unser Angebot".

Habt ihr euch bereits für die Anschaffung eines Ifor Williams Anhängers entschieden? Auch dann wendet euch gerne an uns. Wir vermitteln die hochwertigen Anhänger und beraten individuell nach den Ansprüchen von Pferd und Reiter.